Monat: Dezember 2017

Pflegegeld – Unterstützung für Pflegebedürftige und ihre Familien

Es gibt irgendwann der Zeitpunkt, wo man nicht mehr „alleine“ helfen oder unterstützen kann. Spätestens dann ist es KURZVOR12, sich mit dem Thema Pflegegeld auseinander zu setzen.

Das Pflegegeld ist eine Leistung der gesetzlichen Pflegekasse. Jeder Pflegebedürftige, der in die Pflegekasse eingezahlt hat, kann diese Leistung beanspruchen. Voraussetzung ist, dass ein Pflegebedarf vorliegt und vom Medizinischen Dienst anerkannt wurde. Zu diesem Zweck erfolgt eine Beurteilung. Diese kann nach Lage der Akten erfolgen oder der Medizinische Dienst nimmt eine Begutachtung des Patienten vor Ort vor. Das Pflegegeld bekommt die Person, die den Antrag gestellt hat. Dies kann der Pflegebedürftige selbst tun, aber auch ein Familienmitglied, ein Betreuer oder ein Pflegeheim ist zur Antragstellung berechtigt. Während der Begutachtung wird überprüft, in welchen Bereichen sich der Patient selbst versorgen kann und wo ein Hilfebedarf besteht. Anhand des Hilfebedarfs wird der Pflegegrad ermittelt. Dieser bildet die Grundlage für die Ansprüche von Geldleistungen aus der Pflegekasse, die als Pflegegeld bezeichnet werden. Je höher der Pflegegrad ist, desto höher ist auch der Anspruch gegenüber der Pflegekasse.

Wie funktioniert das Pflegegeld

Pflegegeld wird ausschließlich auf Antrag gewährt. Der Zeitpunkt der Antragstellung ist gleichzeitig der Beginn des Bewilligungszeitsraums. Eine rückwirkende Bewilligung ist möglich, wird aber im Einzelfall entschieden. Der Antrag ist bei der zuständigen Krankenkasse zu stellen. Privat versicherte stellen den Antrag bei ihrer Versicherung. Der Medizinische Dienst ist verpflichtet, innerhalb von sechs Wochen eine Begutachtung vorzunehmen. Tut er dies nicht, besteht unter Umständen ein Anspruch auf eine pauschale Zahlung, bis die Begutachtung erfolgt ist. Häufig lehnen die Pflegekassen eine pauschale Vorauszahlung ab. Es gibt jedoch eine Beschwerdestelle, an die sich Betroffene wenden können, wenn kein Gutachter kommt und auch keine Beurteilung nach der Aktenlage erfolgt.
Das Pflegegeld soll ein Ausgleich für Betroffene sein, die mit der Pflege beauftragt wurden. In den meisten Fällen beanspruchen Familienmitglieder das Pflegegeld. Es fängt einen Teil der Kosten ab, die für die Pflege anfallen. Aber auch ein Verdienstausfall des Familienmitgliedes, welches mit der Pflege beauftragt wurde, kann durch das Pflegegeld abgefangen werden. Darüber hinaus ist es möglich, mit dem Pflegegeld einen Pflegedienst zu beauftragen oder einen Heimplatz zu bezahlen. Die Leistung wird den tatsächlichen Aufwand nicht decken. Dennoch kann sie helfen, die teure Pflege für den Angehörigen zu bezahlen.

Voraussetzung für den Erhalt von Pflegegeld

Pflegegeld erhält, wer einen Pflegebedarf hat. Dieser liegt vor, wenn sich ein Patient aufgrund einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls nicht mehr selbst helfen und seinen Alltag meistern kann. Die Einteilung in Pflegestufen wurden zu Beginn des Jahres 2017 in Pflegegrade umgewandelt. Diese Pflegegrade sollen eine gerechtere Beurteilung des Patienten ermöglichen. Je höher der Pflegegrad ist, desto mehr Pflegegeld kann der Betreuende beanspruchen. Dies ist damit zu begründen, dass der Aufwand für die Pflege steigt, wenn sich der Patient in vielen Bereichen nicht mehr selbst helfen kann.
Das Pflegegeld ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden. Auch Kinder, die nach einer schweren Erkrankung oder nach einem Unfall Pflegebedarf haben, können Pflegegeld bekommen. Sie sind über ihre Eltern versichert und haben somit einen eigenen Anspruch auf Geld aus der Pflegekasse.

KURZVOR12 #mehrGELD

Die Einteilung in Pflegegrade

Während der Begutachtung werden verschiedene Faktoren überprüft. Ziel ist eine genaue Beurteilung des Patienten. Es muss festgestellt werden, welche Tätigkeiten er selbst durchführen kann und bei welchen er der Hilfe durch einen Angehörigen oder durch einen Pflegedienst bedarf. Beurteilt werden unter anderem:

* Hilfebedarf bei der Körperpflege
* Hilfebedarf beim Essen und bei der Zubereitung von Mahlzeiten
* Hilfebedarf bei der Haushaltsführung
* Hilfebedarf bei Einkäufen
* Hilfebedarf bei der Erledigung von Behördengängen und Arztbesuchen

Wenn festgestellt wird, dass in einem oder in mehrere dieser Bereiche ein Hilfebedarf erforderlich ist, sind die Voraussetzungen für die Zahlung von Pflegegeld erfüllt. Die Zahlung erfolgt monatlich auf das Konto der betreuenden Person. Der Pflegebedürftige kann die Zahlungen aber auch selbst in Empfang nehmen. Dies kann der Fall sein, wenn er allein lebt und nicht von einem Familienmitglied, einem Verwandten oder einem Freund betreut werden kann. Mit Hilfe eines Pflegedienstes ist es möglich, dass er seine Betreuung selbst organisiert. Dafür kann er das Pflegegeld aufwenden.

Dauer der Zahlung von Pflegegeld

Das Pflegegeld wird in der Regel für einen Zeitraum von einem halben Jahr bewilligt. Danach erfolgt eine neue Begutachtung. Wenn keine Aussicht auf Besserung des Zustandes besteht, kann die Bewilligung auch für einen längeren Zeitraum erfolgen. Dieses Vorgehen wird häufig angewendet, wenn die Betroffenen bereits sehr alt und gebrechlich sind oder wenn sie an einer unheilbaren Erkrankung leiden.
Verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen innerhalb des Bewilligungszeitraums, kann ein neuer Antrag auf Erhöhung der Leistungen gestellt werden. Wird diese bewilligt, erhält der Betreuer ab dem Zeitpunkt der Antragstellung eine höhere Leistung.